Steinzeit

Dieses Jahr war das Jahr der kleinen und großen Katastrophen. Bedingt durch sehr viel Stress und Arbeit in der Vorbereitungszeit, sind einige Dinge untergegangen oder schlicht und einfach vergessen worden. Aber auch überraschender Weise kam dann noch ein Alarm der besonderen Art dazu.

Aber ganz von vorne. Am ersten Tag gleich stand fest unsere Anmeldeliste stimmt nicht. 7 Kinder standen da gar nicht drauf. Mehr oder weniger schnell stand fest, der Fehler lag irgendwie im System und nicht bei den Eltern. Also neue Listen schreiben und für die nächsten Tage mehr Essen ordern. Das mit den Listen war schnell erledigt. Das mit dem Essen musste erst geprüft werden, da die Küche ja anders geplant hatte. Am 2. Tag dann Entwarnung es gibt mehr Essen.

Zunächst lief alles nach Plan. Unser Steinzeit – Brot – Backofen wurde gemeinsam aufgebaut und mit viel Matsch abgedichtet. Als es dann anfing zu regnen, waren einige Kinder total begeistert und fragten sofort nach dem Matschrutschen vom letzten Jahr. Nur leider – oder doch eher Gott sei Dank – hörte der Regen bald wieder auf. So wurden die neuen Poporutscher auf dem Trockenen Waldboden ausprobiert. Das ging allerdings nur leidlich. Es konnte nicht ausreichend Fahrt aufgenommen werden. Es machte einfach keinen Spaß und die Rutscher gingen auch entzwei.

Alles ging seinen Gang. Auch unser Schwimmbadbesuch bei mäßigen Temperaturen verlief sehr positiv. 4 Kinder konnten ihr Seepferdchen absolvieren, keines ist krank geworden und die Eltern haben auch nicht rumgemotzt.

In der 2. Woche stand unser Ausflug ins Neanderthal auf dem Plan. Weil die Busse nicht zu uns in den Wald können, ist der Treffpunkt immer am Schwimmbad. Seit einigen Jahren nehmen wir immer noch einige Kinder vom Kinderhort aus Westerburg mit. Da es stark regnete stellten wir uns im Schwimmbad unter. Alle waren da – nur die Busse nicht. Dann ein Anruf vom Kinderhort. „Habt ihr uns vergessen?“ Mein Gesichtsausdruck muss Bände gesprochen haben, denn ein Betreuer rief sofort: „Der Bus hat uns vergessen.“ Mir wurde es heiß und kalt. Aber noch heißer wurde es mir, als der Chef der Busfirma ganz entspannt mit einem leichten Gähnen in der Stimme sich meldete: „Ja was gibt’s?“ Alarm!!!!! Mir standen die Haare zu Berge. Nach Rückmeldung mit meinem Büro stand fest: den Fehler hab ich gemacht. Ich hatte schlichtweg die Busse einen Tag später geordert. Schnell das Unternehmen anrufen alles klären. Die waren auch schon tätig und so konnten wir mit einem Fahrer in Werkstattmontur und einem ungekämmten, unrasierten Fahrer mit 1,5 h Verspätung starten. Von Unterwegs haben wir uns dann im Neanderthal gemeldet und ein bisschen geflunkert. „Wir stehen im Stau!“ das war dann auch ganz ok. Bis wir dann richtig in einen Stau kamen. Aber dieser löste sich ganz schnell wieder auf. In Mettmann angekommen wartete schon alles auf uns, einschließlich der wolkenbruchartigen Regengüsse. Dieser Dauerregen hörte kein bisschen auf. Picknick und Mittagpause fanden im strömenden Regen statt. Nachdem wir uns durchs ganze Programm gewurschtelt hatten und endlich fertig waren, kam die Sonne raus und das Wetter wurde richtig gut. So hatten wir auf der Heimfahrt Sonne satt. Aber in den Tagen darauf kamen viele Eltern mit der Rückmeldung, dass es den Kindern super gefallen hatte, dass das Museum toll war und dass der Steinzeitworkshop genial war. Ok – doch etwas richtig gemacht.

Aber eine Horrormeldung gab es am „day after“ dann doch noch: Läusealarm. 2 Kinder hatten richtig heftig Läuse. Die Folge: alle, die im Bus mit diesen Kindern zusammen waren, hatten sich auch die Krabbeltiere eingefangen. Also Briefe schreiben, Eltern alarmieren und alle Betreuer lausen bzw. lausen lassen.

Dann war die Zeit auch schon vorbei. Nur noch das Übernachten stand bevor. Hier haben wir einige Traditionen gebrochen und statt Berge von Melonen gab es „Schluntzbananen“. Ein ganzer Einkaufskorb mit Bananen und jede Menge Schoki wurde rangekarrt. Die Bananen waren dann auch der Renner. Wird im nächsten Jahr wieder eine Wiederholung geben.

Die Übernachtung war sehr ruhig. Die Betreuer fanden trotz der vielen Pannen diese Aktion (im Vergleich zu den Vorjahren) sehr entspannt.

Ein Asyl – Kind war mit von der Partie. Die Kleine hat sich sehr gut eingelebt und war immer mittendrin im Geschehen. Sie kann schon ziemlich gut Deutsch, da sie schon längere Zeit hier ist.

Zu unserer Mannschaft sei noch zu berichten, wir hatten im Betreuerteam ein junges Asyl - Mädchen vom Balkan und ein junger farbiger Mann, der schon Zeit seines Lebens hier bei uns in der Region wohnt. Beide haben sich sehr wohl gefühlt. Sie wurden von den Kindern als selbstverständlich angenommen. Im Betreuerteam galten die beiden als gleichwertige Mitarbeiter mit allen Ecken und Kanten, die zu jedem Betreuer dazugehören. Der junge Mann spricht deutsch und das Mädchen hat in den 10 Tagen mehr Deutsch gelernt, als in der gesamten Zeit in der sie schon in Deutschland ist.

Alle freuen sich schon auf das nächste Jahr. Die Planung läuft bereits. Themenschwerpunkte werden neben Sport (Olympiajahr) auch Ernährung und Farbe sein.

2016-01-21 Steinzeit